Es ist vollbracht: Lübbecke bekommt den flächendeckenden Ausbau mit einem Glasfasernetz in Bürgerhand. Zwar wurde die angepeilte Vorvermarktungsquote von 40 Prozent aller Haushalte knapp verpasst, für GREENFIBER und Stadtwerke Lübbecke stellen mehr als 4.100 Anschlüsse, mit denen aktuell gerechnet wird, dennoch eine wirtschaftlich solide Basis dar, auf der die Umsetzung in Angriff genommen werden kann. Am Montag in zwei Wochen geht es los.

„Viele oder keiner“ hatte die Devise gelautet, und zum Schluss wurde es richtig spannend. Mit einer breit angelegten Kampagne hatten die Stadtwerke und GREENFIBER um jeden einzelnen Anschluss geworben. Bürgermeister und Stadtrat, Ortsvorsteher*innen und Dorfgemeinschaften, Unternehmen und Vereine aus der Stadt hatten sich für das Zukunftsprojekt stark gemacht, und gefühlt gab es in den letzten Wochen keine Plakatfläche im Stadtgebiet mehr, die nicht in GREENFIBER-grün getaucht gewesen wäre.

Wegen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie mussten die Bemühungen zunächst unter erheblich erschwerten Bedingungen stattfinden. „Zu Anfang hat es sich angefühlt wie Fahren mit angezogener Handbremse, weil kaum etwas von dem veranstaltet werden konnte, was eine erfolgreiche Kampagne ausmacht“, so Stadtwerke-Geschäftsführer Markus Hannig. So konnte das Beratungsbüro erst einen Monat vor dem Stichtag 30. Juni eröffnen und auch Informationsveranstaltungen erst in der Endphase der Vorvermarktungsfrist stattfinden. Umso größer war dann der Ansturm in den letzten Tagen – und schließlich die Erleichterung aller Beteiligten über das Ergebnis.

„Dieses Projekt war angelegt wie ein Bürgerentscheid. Und ich bin sehr froh, dass die Lübbeckerinnen und Lübbecker ja gesagt haben zu dieser Zukunftsperspektive für den Standort Lübbecke“, so Bürgermeister Frank Haberbosch. Auch GREENFIBER-Geschäftsführer Paul Gummert freut sich über das Erreichte: „Wir waren immer zuversichtlich, weil wir großen Zuspruch gespürt haben. Der Lübbecker Weg wird sich für Generationen auszahlen.“

„Beim Handball ist Lübbecke wieder erstklassig – in der Dateninfrastruktur bald Weltklasse.“
Paul Gummert

Das Infrastrukturunternehmen kündigte einen umgehenden Beginn der Ausbauarbeiten an. Ab dem 26. Juli geht es in die konkrete Ausführungsplanung, ehe bald darauf die ersten Tiefbauarbeiten beginnen. Die Bauzeit wird insgesamt etwa zwei Jahre betragen.

Nachzügler haben weiterhin die Möglichkeit, sich anschließen zu lassen. Dabei gilt: Schnell sein zahlt sich aus. Bis zum 26. Juli eingehende Anträge werden noch zum Vorvermarktungspreis von 100 Euro abgerechnet. Danach kann jeder weitere Haushalt bis zum Ende der Ausbauphase seinen Glasfaseranschluss für einen Baukostenzuschuss von 500 Euro bekommen. Ist der Netzausbau abgeschlossen, voraussichtlich im Herbst 2023, wird es keine subventionierten Hausanschlüsse mehr geben. Dann werden die tatsächlichen Baukosten zu tragen sein.

Paul Gummert und Frank Haberbosch sind zuversichtlich, dass weitere Haushalte aufspringen werden, wenn der Glasfaser-Zug jetzt ins Rollen kommt. „Glasfaser wird schon bald so selbstverständlich zur Grundversorgung gehören wie Strom und Wasser“, so der Bürgermeister. Über den Fortschritt des Projektes werden die Stadtwerke Lübbecke und GREENFIBER regelmäßig informieren. Das Beratungsbüro in der Kreishausstraße bleibt dauerhaft geöffnet.

Neben „Hallo Lübbecke“ berichtete auch die Neue Westfälische und das Westfalen-Blatt über das erfreuliche Ergebnis.