Muss für den Hausanschluss der gesamte Garten umgegraben werden? Ist Glasfaser nur etwas für Menschen, die besonders schnelles Internet brauchen? Und bedeutet ein fertiger Hausanschluss automatisch, dass sofort mit Highspeed gesurft werden kann? Wir räumen mit fünf verbreiteten Irrtümern auf.
Irrtum 1: „Für Glasfaser muss der ganze Garten umgegraben werden.“
Nein. Für einen Glasfaseranschluss müssen zwar Leitungen vom öffentlichen Netz bis zum Gebäude verlegt werden, dafür ist aber kein großflächiges Aufgraben des gesamten Grundstücks erforderlich. Auch der Hausanschluss selbst erfolgt mit einem vergleichsweise kleinen Eingriff. Entscheidend ist eine sorgfältige Planung der Trasse und Abstimmung mit dem Eigentümer, damit die Glasfaser möglichst effizient und mit möglichst wenig Beeinträchtigung für Anwohner verlegt werden kann.
„Natürlich lässt sich ein Glasfaserausbau nicht komplett ohne Bauarbeiten realisieren. Aber die Verlegung auf dem Grundstück erfolgt minimalinvasiv“, sagt Geschäftsführer Uwe Krabbe. „Wir bauen die Leitungswege deshalb so, dass die Eingriffe auf das notwendige Maß begrenzt werden, häufig sogar unterirdisch im Bodenverdrängungsverfahren ohne die Gartenstruktur zu beeinträchtigen.“
Irrtum 2: „Mein Kupferanschluss reicht doch völlig aus.“
Nein, nur bedingt. Für heutige Anwendungen mag ein bestehender DSL-Anschluss gerade noch ausreichen. Doch die Leistungsfähigkeit von DSL hängt unter anderem stark von der Entfernung zum nächsten Verteiler ab: Je länger die Kupferleitung, desto stärker können Übertragungsgeschwindigkeit und Signalqualität abnehmen. Glasfaser ist hier deutlich weniger abhängig von der Leitungslänge und kann hohe Bandbreiten auch über größere Entfernungen stabil bereitstellen. Ein weiterer Vorteil: Glasfaser ist unempfindlich gegenüber elektromagnetischen Störungen. Das sorgt für eine zuverlässige und stabile Datenübertragung. Gleichzeitig benötigt die Übertragung über Glasfaser weniger Energie als vergleichbare kupferbasierte Technologien.
„Kupfer hat uns über Jahrzehnte gute Dienste geleistet. Aber digitale Infrastruktur muss sich daran messen lassen, was in Zukunft benötigt wird – nicht nur daran, was heute gerade noch funktioniert“, sagt Krabbe. „Neue Anwendungen scheitern an der fehlenden Infrastruktur; ein „Henne – Ei – Problem“.“
Irrtum 3: „Beim Internet zählt eigentlich nur die Downloadgeschwindigkeit.“
Nein. Auch der Upload und die Datenlaufzeit spielen im digitalen Alltag immer größere Rollen. Wer Videokonferenzen führt, große Dateien in die Cloud lädt, Fotos und Videos verschickt oder von zu Hause aus arbeitet, sendet regelmäßig große Datenmengen ins Netz. Moderne Glasfasertarife ermöglichen hohe Geschwindigkeiten in beide Richtungen.
„Viele denken beim schnellen Internet zunächst nur daran, wie schnell ein Film heruntergeladen wird. Für Homeoffice, Cloud-Dienste und viele andere Anwendungen ist aber auch die Gegenrichtung entscheidend“, so Krabbe.
Irrtum 4: „Wenn die Glasfaser im Haus liegt, kann ich sofort lossurfen.“
Nein, noch nicht unbedingt. Ein fertiger Hausanschluss ist ein wichtiger Schritt, bedeutet aber nicht automatisch, dass der Internetzugang bereits aktiviert ist. Zwischen dem baulichen Abschluss und der tatsächlichen Freischaltung können weitere technische Arbeiten notwendig sein. Dazu gehören unter anderem Spleiß- und Messarbeiten, technische Abnahmen sowie die Aktivierung und Konfiguration der Netztechnik.
„Viele Menschen sehen den fertigen Hausanschluss und fragen sich verständlicherweise: Warum funktioniert mein Internet noch nicht?“, erklärt Krabbe. „Ein Glasfasernetz ist ein komplexes Gesamtsystem. Qualität und sorgfältige Prüfungen gehen hier vor Schnelligkeit.“
Irrtum 5: „Glasfaser ist vor allem teuer und verursacht viel Aufwand.“
Nein, auch das greift zu kurz. Die konkreten Kosten für einen Hausanschluss hängen vom jeweiligen Ausbaugebiet und den dort geltenden Bedingungen ab. Gleichzeitig sollte ein Glasfaseranschluss nicht nur als kurzfristige Ausgabe betrachtet werden: Die Infrastruktur ist auf langfristige Nutzung ausgelegt. Auch bei den laufenden Kosten hat sich in den vergangenen Jahren viel getan: Glasfasertarife sind heute vielfach kaum noch teurer als vergleichbare DSL-Tarife. Zudem profitieren Kunden regelmäßig von attraktiven Einstiegs- und Aktionsangeboten der Anbieter.
„Natürlich bringt Infrastruktur immer Bauarbeiten und einen gewissen Aufwand mit sich. Entscheidend ist aber, was am Ende entsteht“, sagt Krabbe. „Wir sprechen über ein Netz, das Haushalte und Unternehmen über viele Jahre mit leistungsfähiger digitaler Infrastruktur versorgen soll. Das ist keine kurzfristige Anschaffung, sondern eine Investition in die Zukunft.“